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Der Kassenwart als Ehrenbürger

FOTO: k r o h n f o t o . d e
Berlin-Post. Wolfgang Schäuble wurde schon vielfach geehrt. Mit dem Karlspreis, dem Kulturpreis, dem Millenniumspreis – und seit ein paar Tagen ist der Bundesfinanzminister auch Ehrenbürger der Hauptstadt. Stefan Vetter

"Ich reihe mich gern in den Kreis derer ein, die stolz sind, ein Berliner zu sein", bedankte sich der CDU-Mann bei der Zeremonie im Roten Rathaus. Das durfte auch als Ironie verstanden werden. Dem Urheber des letzten Halbsatzes, US-Präsident John F. Kennedy, ist die Ehrenbürgerwürde an der Spree nämlich nicht zuteil geworden.

Und was nützt einem dieser Titel nun? Als Ehrenbürger von Berlin bekommt man zum Beispiel ein Porträt im Abgeordnetenhaus, ein Ehrengrab steht einem auch zu und eine kostenlose Jahreskarte der Berliner Verkehrsbetriebe. Da könnte sich der Kassenwart der Nation glatt den Dienstwagen sparen. Allerdings, so behindertengerecht ist der Berliner Nahverkehr nun auch wieder nicht, als dass sich ein Rollstuhlfahrer wie Schäuble dort wohlfühlen würde.

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