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| 19:59 Uhr

Kommentar Kontra Klimastreik
Demonstration und nicht Streik

 Guido Bohsem
Guido Bohsem FOTO: LR
Wer sich für den Klimaschutz engagieren und ein bisschen zur Rettung der Welt beitragen möchte, der sollte an diesem Freitag auf die Straße gehen. Egal, ob er oder sie Schüler oder Studentin ist oder als Verkäufer, Ingenieurin, Fliesenleger oder Friseur arbeitet.

Wer mehr Klimaschutz will, sollte sich sichtbar engagieren und dem gleichzeitig tagenden Klimakabinett (CO2-freies) Feuer unter dem Hintern machen.

Klar sollte aber jedem sein, dass es sich dabei um eine Demonstration und nicht etwa um einen Streik handelt. Wer am Freitag protestiert, muss das in seiner Freizeit machen und nicht während der Arbeitszeit. Politische Streiks sind hierzulande verboten. Zu Streiks aufrufen dürfen ausschließlich Gewerkschaften und das auch nur für Dinge, die den Tarifvertrag betreffen. Arbeitsniederlegungen aus politischen Gründen oder sogar Generalstreiks zählen nicht dazu. Sorry, Fridays for Future, tut mir leid, liebes Klima, aber das ist die Rechtslage.

Andere Länder regeln das anders, Frankreich zum Beispiel, weshalb Generalstreiks das Nachbarland in der Vergangenheit mehrfach an den Rand des völligen Stillstands gebracht haben und Regierungen erpressbar machten. Manch einem mag gerade das attraktiv vorkommen, die Regierung zu mehr Klimaschutz zu zwingen. Doch dabei sollte man immer bedenken, dass solche Streiks auch für Dinge geführt werden könnten, die nicht so offenkundig auf das Wohl des Klimas und die Rettung der Welt konzentriert sind, sondern im schlimmsten Fall auf rassistische oder kriegstreiberische Ideen. Oder vielleicht richtete sich so ein Streik sogar gelbwestenhaft gegen den Klimaschutz. ⇥politik@lr-online.de