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| 16:16 Uhr

Kommentar Debatte über teureren Alkohol
Der einfachste Weg

An der Preisspirale zu drehen, ist selbstverständlich der einfachste Weg, wenn man hofft, Verhaltensänderungen herbeizuführen. Ob er auch immer der richtige und erfolgversprechende ist, muss freilich bezweifelt werden. Von Hagen Strauss

 Denn klar ist doch: Wer trinken will, der trinkt. Der besorgt sich Bier, Schnaps oder Wein, was immer er auch dafür bezahlen soll. Und wer trinken muss, der wird auch durch staatlich erhöhte Preise nicht plötzlich suchtfrei und zum Abstinenzler. Diese Menschen sind krank und sie brauchen Hilfe und Therapie.

 Viele Aufklärungs- und Präventionskampagnen zu den Gefahren des übermäßigen Alkoholkonsums hat es in den letzten Jahren gegeben. Sie waren erfolgreich. So belegen Umfragen und Studien inzwischen, dass Jugendliche von Jahr zu Jahr deutlich weniger und maßvoller trinken – es gibt zwar immer noch die Alkoholexzesse, das Komasaufen, keine Frage. Aber beides ist nicht gang und gäbe. Auch sinkt der Pro-Kopf-Verbrauch insgesamt. Wer also etwas bewirken will, sollte weiter aufklären und damit eigenverantwortliches Handeln stärken. Er sollte nicht versuchen, mit Hilfe des Griffs in die Portemonnaies die Menschen zu bevormunden. Das macht die Politik sowieso schon viel zu oft. Und weitere Ideen kursieren ja bereits – Stichwort Zuckersteuer.

 Anmaßend ist es, wenn die Drogenbeauftrage der Bundesregierung jetzt auch noch damit beginnt, Geschmack zu definieren. Billigalkoholika zum Discountpreis hätten „nichts mehr mit Genuss zu tun“, wird sie zitiert. Erstens muss jeder selber wissen, was für ihn Genuss ist und was er dafür ausgeben möchte.  Zweitens gibt es Menschen, die sich den teuren Rotwein aus dem Feinkostladen nicht leisten können. Das müsste man eigentlich wissen, auch als Drogenbeauftragte.