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| 19:01 Uhr

Kommentar
Unangebrachter Fingerzeig

Kathleen Weser
Kathleen Weser FOTO: Steffen Rasche
Der Dauerstreit um den Kostenfaktor Kinderbetreuung ist ein Armutszeugnis für das reiche Deutschland. Denn eine gute Bildung, die Eltern für ihren Nachwuchs zu Recht fordern, ist bekanntlich die beste Investition in die Zukunft. Und das ist durchaus auch volkswirtschaftlich so zu betrachten. Schon allein deshalb macht der gebührenfreie Kindergarten Sinn. Endlos-Debatten um die Finanzierung von Kosten, die sich am realen Bedarf der Familien orientieren, ließen sich damit ebenfalls ausschließen.

Aber von einer bundeseinheitlichen Ausfinanzierung der Betreuung in den Kindereinrichtungen sind wir meilenweit entfernt. Deshalb ist es auch richtig, dass Eltern auf ihre Not aufmerksam machen – und das Land hart mit in die Pflicht nehmen wollen. Der einseitige Fingerzeig von Trägern und auch Kommunen nach Potsdam aber ist unangebracht. Denn es ist im Rahmen kommunaler Selbstverwaltung zuerst die Aufgabe der Städte und Gemeinden, die Kita-Betreuung abzusichern. Das schließt auch den Griff in die eigene Haushaltskasse ein, so sich vor Ort besondere neue Bedarfe abzeichnen.
kathleen.weser@lr-online.de