ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:58 Uhr

Kommentar
Das große (finanzielle) Rad gegen den Lehrermangel

Mathias Puddig
Mathias Puddig FOTO: MOZ
Deutschland steuert auf einen Abschwung zu. Nicht um die Wirtschaft muss sich das Land Sorgen machen, sondern um die Bildung. Schon jetzt werden vielerorts Schülerinnen und Schüler in verfallenden Gebäuden und mit jahrzehntealten Lehrbüchern unterrichtet.

Allzu oft stehen vor ihnen Quereinsteiger, die zwar motiviert, aber pädagogisch kaum vorbereitet sind. Trotzdem fallen immer noch viele Stunden aus. Und das ist erst der Anfang. Wenn eintrifft, was seit Monaten eine Studie nach der anderen prophezeit, steht Deutschland vor einem gigantischen Lehrermangel. Den Schülern und ihren Eltern sind diese Zustände längst bekannt. In Umfragen gehört die Bildung zu den Themen, die den Deutschen am meisten auf den Nägeln brennen. Seit einigen Wochen macht das Wort vom Bildungsnotstand aber auch bei führenden Politikern die Runde. Wenn auch nur die Hälfte von ihnen ernst meint, was sie da sagt, dann ist jetzt die Chance, das große Rad zu drehen, auch finanziell.

Denn es gibt eine gute Nachricht: Der Lehrermangel ist kein Naturgesetz, man kann ihm entgegentreten. Ideen gibt es reichlich. Eine Gruppe von Wissenschaftlern hat schon im Januar vorgeschlagen, als Sofortmaßnahme Teilzeitkräfte zu motivieren, mehr und länger zu arbeiten.

Ein Blick auf die deutschen Bildungsinvestitionen zeigt aber – egal, ob man Grundschulen, weiterführende Schulen oder Universitäten betrachtet – überall liegen die Ausgaben unterm OECD-Schnitt. Der Milliardenüberschuss öffentlicher Haushalte ist die Chance, diese Lücke zu schließen. Natürlich muss das Geld an den richtigen Stellen ankommen; dafür braucht es eine umfassende Bestandsaufnahme. Dass aber zu viel investiert wird, steht kaum zu befürchten. Zu viele Lehrer, die in zu hoher Qualität unterrichten, hat zumindest bislang noch niemand beklagt. ⇥politik@lr-online.de