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| 18:21 Uhr

Rücktritt des US-Verteidigungsministers
Das Chaos regiert

 Guido Bohsem
Guido Bohsem FOTO: LR
Die US-Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg weist einiges an Irrungen und Wirrungen auf. Sogar John F. Kennedy, dessen Präsidentschaft im Rückblick so hell erstrahlt, hat etwa in Kuba und Vietnam eine unnötig draufgängerische Linie vertreten. Von Guido Bohsem

Der Deutschen Lieblingspräsident, Barack Obama, goss über das Pulverfass Syrien noch Benzin, weil er rote Linien zog, aber nicht handelte, als sie überschritten wurden.

Was die Unberechenbarkeit angeht, toppt Donald Trump alle seine Vorgänger. Niemals zuvor sprangen die USA so rücksichtslos mit ihren Verbündeten um, niemals zuvor schmeichelten sie den gemeinsamen Gegnern so ungeniert. Doch hätte es in den ersten zwei Jahren dieser katastrophalen Regierung noch schlimmer kommen können.

Verhindert haben das Leute wie Verteidigungsminister James „Mad Dog“ Mattis, der etwa in der Nato aufkehrte, was der Präsident zuvor zertrümmert hatte. Doch mit dessen Abgang hat die Zahl der Vernünftigen in der Trump-Regierung die kritische Grenze unterschritten. Wer gedacht hat, Trump habe seinen Irrsinn schon ausgelebt, sollte sich auf die nächsten Monate und einen völlig entfesselten amerikanischen Präsidenten gefasst machen.⇥politik@lr-online.de