ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:29 Uhr

Kommentar zur Union
CSU-Führung verzockt sich

FOTO: LR / Redaktion
Die Leute in Bayern finden den Auftritt ihrer CSU lange nicht so imponierend wie diese selbst. So die letzte Umfrage. Söder, Seehofer und Dobrindt, allesamt politische Spieler, verzocken sich offenbar gerade total.

Sie machen ihre Partei nicht stärker, im Gegenteil. Für die Wahl im Oktober sind die Messen schon fast gesungen. Die absolute Mehrheit ist futsch.

Und das gilt für beide Lösungswege. Die CSU reitet auf dem Flüchtlingsthema herum, weil sie glaubt, so AfD-Wähler zurückgewinnen zu können. Wer aber einen harten Kurs will, für den ist das Original immer attraktiver als die Kopie. Wenn die CSU zurückzieht und Merkel doch nicht stürzt, erst recht.

Lenkt sie aber nicht ein, so verliert sie Wähler, die von der Mitte her kommen. Die schütteln schon jetzt den Kopf darüber, dass ihre traditionsreiche Partei ohne echte Not die ganze Bundesregierung in eine tiefe Krise stürzt und auch noch den europäischen Zusammenhalt gefährdet. Und das, wo es international doch so drunter und drüber geht. Von den verletzten christlichen Werten nicht zu reden. Eine selbstbewusste CSU wollen sie schon in Bayern. Aber keine Hasardeure. Keine Europafeinde. Keine Lega Süd.

Die CSU muss wieder zurückfinden zu einer seriösen Politik, die nicht nur auf vordergründige Effekte setzt. Das heißt konkret: Das Flüchtlingsthema jetzt herunterzoomen, aber natürlich Druck machen, dass es mittelfristig eine europäische Lösung gibt, die garantiert, dass weniger Flüchtlinge kommen. Und dass diese besser verteilt werden. Vor allem muss sie sich wieder mit dem beschäftigen, was Bayern wie Deutschland mehr auf den Nägeln brennt und was die CSU einst stark gemacht hat: Arbeit, Wirtschaft, Soziales. Dann wird das schon wieder.