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| 09:32 Uhr

CSU-Chef entzweit die Union

Berlin.. Der Wahlkampf der Union wird durch Streit über die Aussagen von CSU-Chef Edmund Stoiber zum Wahlverhalten im Osten und heftigem internen Zwist schwer belastet.

Nachdem Stoiber eine Entschuldigung für seine Ost-Schelte abgelehnt hatte, forderte Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) Stoiber auf, der ostdeutschen CDU in den letzten fünf Wochen des Wahlkampfs nicht mehr "in die Quere zu kommen". Bestätigt wurde gestern auch, dass es auf dem Strategietreffen der Unions-Führung in Berlin zu einer Kontroverse zwischen dem niedersächsischen Ministerpräsidenten und CDU-Vize Christian Wulff und Stoiber kam.
Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel will bei der Präsentation ihres Wahlteams am Mittwoch einen Experten für Wirtschafts- und Finanzpolitik vorstellen. Die CDU-Vorsitzende will damit das wichtigste Wahlkampfthema der Union mit einem Gesicht verbinden, um wieder in die Offensive zu kommen.
Der CSU-Chef rechtfertigte seine Aussagen im ZDF damit, er habe sich ausschließlich auf das Erstarken der Linkspartei und ihrer beiden Spitzenpolitiker Gregor Gysi und Oskar Lafontaine bezogen. Stoiber sagte, seine Zitate seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Er prangerte in Richtung Union eine "viel zu lasche" Auseinandersetzung mit der Linkspartei an. Unterdessen wurde bekannt, dass Stoiber in Ostdeutschland auch mit dem Spruch "Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber" vor der Wahl der Linkspartei gewarnt hat.
Bei dem Treffen am Mittwoch hatte zunächst Wulff heftige Vorwürfe gegen Stoiber geäußert. Er hielt ihm vor, mit der öffentlichen Benennung von Mitgliedern des Wahlteams sich Kompetenzen anzumaßen, die allein der Kanzlerkandidatin zustünden. Außerdem forderte Wulff, es müsse Schluss sein mit Angriffen aus der Schwesterpartei. Wulff habe Stoiber daran erinnert, wie loyal die CDU ihn 2002 als Kanzlerkandidat unterstützt habe. Die gleiche Loyalität erwarte er nun von der CSU. Stoiber habe wütend reagiert, gerufen: "Ich lasse mich nicht unter Druck setzen!" (dpa/pk)