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| 19:29 Uhr

Kommentar zur EU-Binnenmarkt-Studie
Exportstarke Firmen fehlen

 Dieter Keller
Dieter Keller FOTO: MOZ
Vom EU-Binnenmarkt mit offenen Grenzen profitieren alle Bundesbürger, wenn auch unterschiedlich stark. Die Ergebnisse der Bertelsmann-Studie über die Auswirkungen auf Europas Regionen sind zwei Wochen vor der Europawahl einerseits erfreulich.

Geschlossene Grenzen oder ein Ende der Freizügigkeit wären Gift für die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Andererseits muss es gerade für die Brandenburger enttäuschend sein, dass sie unter allen Bundesländern die geringsten Einkommensgewinne haben. Das ist aber kein Wunder angesichts der Wirtschaftsstruktur: Es fehlen export­starke Industrieunternehmen. Das könnte besser werden, wenn der neue Groß­flughafen BER tatsächlich so viele Firmen und damit Arbeitsplätze anzieht, wie es sich Region und Politik erhoffen. Wenn er denn mal fertig ist.

Dass die Einkommensgewinne auch eine Frage des Maßstabs sind, zeigt der Blick ins benachbarte Polen: Dort fallen sie nur etwa halb so hoch aus wie in Brandenburg. Es ist insgesamt ein Problem, dass Kerneuropa viel größere Vorteile hat als die Randregionen. Zu leicht fühlen die sich deswegen abgehängt.
politik@lr-online.de