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| 02:41 Uhr

Botschaft aus der Lausitz: Eine Flasche mit braunem Spreewasser

Die Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock will das Problem der braunen Spree auch im Bundestag thematisieren.
Die Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock will das Problem der braunen Spree auch im Bundestag thematisieren. FOTO: dpa
Dresden. Am Samstagmittag wurde der Parteitag der Grünen zur Protestbühne. Umweltaktivisten enthüllten ein Banner mit der Aufschrift: "Für eine klare Spree - gegen neue Tagebaue". Stefan Vetter

Passend dazu verabschiedeten die Delegierten praktisch einhellig (es gab nur eine Enthaltung) einen Antrag, um dieser Forderung bei den Landesregierungen Sachsens und Brandenburgs sowie der Bundesregierung und der Sanierungsgesellschaft LMBV Nachdruck zu verleihen.

Politik und Wirtschaft müssten sich ernsthaft dem Problem der Verockerung der Lausitz-Gewässer und der Spree widmen, heißt es in dem dreiseitigen Text.

Konkret bedeute das eine "sofortige Planung, Finanzierung und Errichtung von Reinigungsanlagen für die aus Sachsen kommende Spree sowie für die brandenburgischen Spreewaldzuflüsse." Falls die Fortführung von laufenden Tagebauen zu einer erhöhten Eisenocker- und Sulfatfracht in den Gewässern führe, müsse die Abbauplanung schnellstmöglich angepasst, "oder aber die Genehmigung gänzlich versagt werden". Neuaufschlüsse sind für die Grünen tabu, denn, so die Begründung, "Vattenfalls Tagebaupläne bergen unter anderem unkalkulierbare Risiken für die Wasserqualität in der Lausitz". Damit verstießen sie auch gegen die überarbeitete Wasserrahmenrichtlinie der EU. Die Bundestagsabgeordnete Annlena Baerbock, die den Antrag in die Parteitagsdebatte einbrachte, suchte den Delegierten die dramatische Situation auch ganz praktisch vor Augen zu führen - mit einer Flasche braunen Spreewassers, die sie während ihrer Rede in der Hand hielt.

"Das wirkte wie ein Schock, denn bei vielen von uns ist das Thema braune Spree nicht so präsent", erklärte Baerbock anschließend gegenüber der RUNDSCHAU. Als klimapolitische Sprecherin ihrer Fraktion werde sie die unhaltbaren Zustände auch im Bundestag zu Sprache bringen. "Das ist nicht nur ein lokales Probleme", fügte Baerbock hinzu.