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| 06:46 Uhr

Kommentar
Bildungsgefälle in der Lausitz

 Christine Keilholz
Christine Keilholz FOTO: LR / privat
Der Bildungsmonitor sorgt mal wieder für Furore. Das Schul-Ranking ist eine der wenigen jährlichen Studien, bei der die Grenze zwischen Spitze und Boden nicht zwischen Ost und West verläuft. Nein, die Grenze des Bildungsmonitors verläuft mitten durch die Lausitz.

Das Ergebnis: Sachsen ist top, Brandenburg ist mies und Berlin ganz mies. Die Lausitz ist demnach die Region mit dem höchsten Bildungsgefälle. Glücklich dran sind zum Beispiel die 31 Sechsjährigen, die Montag in der Grundschule Spreetal anfangen. Sie kriegen das beste Schulsystem in ganz Deutschland. Schon zehn Kilometer weiter, in Spremberg, haben die Kinder Pech gehabt. Denn Brandenburg hat das zweitschlechteste Bildungssystem. Jedenfalls, wenn man der Vergleichsstudie glaubt. Aber Studien schauen immer nur auf die Faktoren, die ihnen wichtig sind.

Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, das den Bildungsmonitor jährlich herausgibt, bewertet die Bildungssysteme der Länder danach, wie sie Fachkräfte heranziehen und Bildungsarmut reduzieren. Das gelingt in Sachsen offenbar besser als in Brandenburg, wo Ausbildungsplätze fehlen und viele Lehrlinge ihre Prüfungen nicht bestehen.

Das Resultat irritiert, weil die Schulsysteme hier wie dort die gleichen Probleme haben. Beide Länder reißen sich um den spärlichen Lehrernachwuchs. Beide brauchen Seiteneinsteiger, um den Unterricht abzusichern. Immerhin kann Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) „Licht am Ende des Tunnels“ vermelden. Nur 20 Prozent der neu eingestellten Lehrer sind diesmal Seiteneinsteiger. Sachsen ist attraktiver geworden für Lehramtsabsolventen. Hat vielleicht zu tun mit 14 Jahren Spitzenplatz im Bildungsmonitor.