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| 05:19 Uhr

Straßenverkehr
Die Justiz und das kassierte Raserurteil

Christian Taubert
Christian Taubert FOTO: LR / Sebastian Schubert
Seitdem der Bundesgerichtshof im März das Mord-Urteil des Berliner Landgerichtes gegen zwei Raser aufgehoben hat, ist die Welt der Paragrafen immer weniger zu verstehen. Zumal auch Ermittler der Polizei richterlichen Entscheidungen immer öfter fassungslos gegenüberstehen. Von Christian Taubert

Die Gewerkschaft hat das immer wieder thematisiert. Im konkreten Fall haben sich zwei junge Männer im Februar 2016 ein illegales Autorennen in Berlin geliefert. Sie sind mit bis zu 170 km/h ohne Rücksicht auf Verluste über den Kurfürstendamm gedonnert. Den Tod eines 69-Jährigen, dessen Wagen gerammt und mehr als 70 Meter weit geschleudert wurde, nahmen sie billigend in Kauf. Oder gibt es da eine andere Lesart? All das hat das Gericht nachgewiesen und die selbstherrlichen PS-Junkies wegen Mordes verurteilt. Eine grauenhafte Tat. Doch für den BGH wurde der bedingte Tötungsvorsatz – ein Mordmerkmal – nicht ausreichend belegt. Es muss ab heute neu verhandelt werden. Dabei wäre lebenslange Haft ein unmissverständliches Signal an die rücksichtslose Raser-Szene gewesen. christian.taubert@lr-online.de