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Chaostage bei der Linkspartei
Ausfall in der Opposition

Stefan Vetter
Stefan Vetter FOTO: k r o h n f o t o . d e
Zu allem fähig, aber zu nichts zu gebrauchen – diesen Ruf hat sich die Linkspartei in den letzten Wochen hart erarbeitet.  Wer das jüngste Hauen und Stechen bei ihr verfolgt hat, kann sich nur mit Grausen abwenden. Sicher, auch bei anderen Parteien rappelt es zuweilen im Karton. Von Stefan Vetter

Auf ihrer Klausur in Potsdam haben die Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch den Machtkampf weitgehend für sich entschieden. Doch ihre Widersacher Katja Kipping und Bernd Riexinger sind auch Teil dieser Fraktion. Und beide sind die Parteivorsitzenden. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Feindschaften wieder neu aufbrechen. Zumal auch die Richtungsfrage völlig ungeklärt ist. Im Osten ist die Linkspartei bei der Bundestagswahl regelrecht eingebrochen. Bundesweit hat sie 400 000 Wähler an die AfD verloren. Als Protestpartei haben die Rechtspopulisten der Linken jetzt den Rang abgelaufen. Eine neue Kursbestimmung täte also bitter not. Vor allem in der Flüchtlingsfrage, über die Wagenknecht mit großen Teilen der Partei heillos zerstritten ist. In Potsdam wäre dazu schon Gelegenheit gewesen. Doch das Chaos überlagerte alles. So, als hätte die Linke den Schuss nicht gehört. Man muss der SPD wirklich dankbar sein, dass sie den Weg der Opposition gewählt hat. Als ernst zu nehmende Stimme fällt die Linke dort bis auf Weiteres nämlich aus. Wieder einmal ist sie sich selbst Opposition genug.