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Aufnahmeangebot statt klare Kante

Simone Wendler
Simone Wendler FOTO: M. Behnke (DC)
Kommentar. Die "Identitäre Bewegung" war bisher eine vor allem im Internet aktive Struktur im Vorfeld des Rechtsextremismus. Eine große Resonanz hatten diese völkisch nationalistischen Jungintellektuellen kaum. Simone Wendler

Jetzt wollen sie offenbar auf der Welle der Stimmung gegen die Flüchtlingspolitik mitsurfen und dadurch wachsen. Ihre schwarz-gelben Fahnen tauchen dort auf, wo "Merkel muss weg" gebrüllt wird. Und die Bewegung ist offenbar gefährlicher geworden, denn inzwischen wird sie bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet. Wer bei Demonstrationen mit ihnen Seite an Seite geht, muss sich darüber im Klaren sein.

Dass die AfD sich hier nur unscharf abgrenzt, passt ins Bild einer am rechten Rand gelegentlich ausfasernden Truppe. Was ist die Ablehnung einer Kooperation durch die Parteispitze wert, wenn Mitglieder der "Jungen Alternative" unter der schwarz-gelben Flagge mitmischen dürfen und Brandenburgs AfD-Chef Alexander Gauland die Identitären sogar auffordert, in die Partei einzutreten? Klare Kante sieht anders aus.

simone.wendler@lr-online.de