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| 21:44 Uhr

Kommentar
Auf den Müllhaufen der Bürokratie

Kathleen Weser
Kathleen Weser FOTO: Steffen Rasche
Das Problem ist sofort aktuell, wenn ein Pflegekind das erste eigene Geld verdient: Das Jugendamt greift gnadenlos zu und macht den Traum vom selbst erarbeiteten Laptop oder dem Führerschein zunichte.

Dass Jugendliche, deren Lebenssituation meist völlig überforderten leiblichen Eltern geschuldet ist, zum Einstieg in das Arbeitsleben staatlich verordnet bestraft werden, ist ein Armutszeugnis. Es ist und bleibt ungerecht, dass Pflegekinder den Gleichaltrigen, die in normalen Familien aufwachsen können, nicht gleichgestellt werden. Keine Behörde kommt schließlich auf die Idee, einem Kind, dessen Vater oder Mutter keinen Unterhalt zahlt, das Lehrgeld abzunehmen. Beim Pflegekind indes ist das Realität. Und das vermittelte Zeichen fatal: Es lohnt nicht zu arbeiten. Denn das verdiente Geld kassiert der Staat sowieso. Dann soll er doch gleich ständig löhnen. Schon deshalb gehört diese Regelung auf den Müllhaufen der Bürokratie. Denn auf das Geld dieser Jugendlichen ist der Steuerzahler nicht angewiesen, auf leistungsfähigen und -willigen Nachwuchs indes schon.