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| 19:17 Uhr

Kommentar
AOK-Reform wirbelt alte Strukturen durcheinander

 Hajo Zenker
Hajo Zenker FOTO: MOZ
Die AOK Sachsen-Anhalt mit Mitgliedern auch aus Brandenburg –  das stellt sich Gesundheitsminister Jens Spahn vor. Und legt sich damit wieder einmal mit wichtigen Akteuren im Gesundheitsbereich an – mit der mächtigen AOK-Familie und den Landesregierungen.

Denn der bisherige Finanzausgleich spült dem AOK-Bereich mehr Geld auf die Konten als bei den anderen Kassenarten. Kommen dann noch günstige Behandlungskosten und unterdurchschnittliche Arztdichte hinzu, führt das dazu, dass die AOK Sachsen-Anhalt so billig ist wie keine andere Kasse in Deutschland – nur ist sie bisher lediglich Einwohnern ihres Heimatbundeslandes zugänglich. Spahn will für mehr Wettbewerb sorgen. Damit die Zahl der bisher 109 Kassen weiter schrumpft. Denn eine bundesweite Öffnung regionaler Kassen setzt nicht nur seit Langem für jeden wählbare Kassen unter Druck, auch in der AOK-Familie kommt es zu Konkurrenz untereinander – schließlich ist die AOK Nordost teurer als die AOK Sachsen-Anhalt.

Spahn will die Strukturen kräftig durcheinanderwirbeln. Das kann einen Preiswettbewerb entfachen. Und die Kassenzahl reduzieren. Ob das insgesamt aber letztlich wirklich den Patienten nutzt, muss sich noch zeigen. ⇥politik@lr-online.de