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| 18:43 Uhr

Altmaier im Dauerfeuer
Konzentration bitte nicht nur auf  Großunternehmen

 Dieter Keller
Dieter Keller FOTO: MOZ
Eine deutsche Industriestrategie ist wichtig. Sie darf sich aber nicht nur auf Großunternehmen konzentrieren. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vernachlässigt den Mittelstand, kritisierte Industrie-Präsident Dieter Kempf bei einer Konferenz über dessen „Nationale Industriestrategie 2030“. Er dürfe nicht nur europäische Champions fördern.

Zudem lehnte Kempf eine staatliche Investitionskontrolle strikt ab, um Schlüsseltechnologien etwa vor chinesischen Firmen zu schützen, die Altmaier befürwortet.

Der Minister hatte vor einem Monat seinen Entwurf für eine Industriestrategie vorgelegt. Jetzt diskutiert er sie mit Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften. Doch seine Ideen finden wenig Gegenliebe, etwa ein Staatsfonds, der sich an wichtigen Unternehmen zeitweise beteiligen soll.

Kempf hält ihn ebenso für unnötig wie Automobil-Präsident Bernhard Mattes, der fragte: „Ist der Staat der bessere Unternehmer?“

Viel wichtiger sind für die Industrie die hohen Energiepreise, überzogene Bürokratie, der schleppende Ausbau der Infrastruktur und zu hohe Unternehmenssteuern.

Da bekam Altmaier nur Unterstützung von IG-Metall-Chef Jörg Hofmann, für den diese Forderungen nicht zueinander passen.

Ihm fehlt am Konzept des Wirtschaftsministers, dass Firmen und Beschäftigte gemeinsam den Wandel zu einer digitalen Gesellschaft und den Ausstieg aus der Kohle bewältigen müssen.

politik @lr-online.de