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| 21:15 Uhr

Kommentar SPD-Parteitag in Brandenburg
Abschied von der Volkspartei

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Die Brandenburg-Partei – So lautete einmal der Slogan der Brandenburger SPD. Spätestens nach den Wahlen zum Parteivorstand am Samstag in Potsdam ist klar: Das war einmal. Denn während die Prignitzerin Katrin Lange und der Uckermärker Stefan Zierke in den Parteivorstand gewählt wurden, bleibt Ministerpräsident Dietmar Woidke der einzige Vertreter aus der Lausitz im Leitungsgremium der SPD. Von Benjamin Lassiwe

Die Kreisverbände Cottbus, Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster schafften es auch gemeinsam nicht, die Landtagsabgeordnete Barbara Hackenschmidt in den Parteivorstand durchzubringen. Immerhin ist mit der Mitgliederbeauftragten Maja Wallstein noch eine gebürtige Cottbuserin im Parteivorstand vertreten – aber für eine Partei, die auf Bundesebene für eine „solidarische Europaliste“ kämpft, bei der aus jedem Landesverband ein Kandidat auf der Liste zur Europawahl vertreten sein soll, ist so ein Ergebnis trotzdem blamabel. Doch es zeigt exemplarisch auch ein Kernproblem der Brandenburger SPD: Sie erreicht nicht mehr das ganze Land. Partikularinteressen kleiner Gruppen werden auf dem Parteitag immer wichtiger, der staatstragende Blick für das große Ganze geht verloren. Das sollte vor dem Superwahljahr 2019 manchem in der Führungsspitze der Partei zu denken geben.

politik@lr-online.de