Ein Veteran der Gesundheitspolitik hat einmal zwischen zwei Sorten von Bundesländern unterschieden. Da gibt es zum einen solche, in denen die Gesundheitsministerien ihre Ortskrankenkassen (AOK) kontrollieren. In allen anderen Ländern kontrollieren die Ortskrankenkassen die Gesundheitsministerien.

Keiner sollte sich also wundern, dass der Widerstand gegen die Idee groß ist, die regionalen AOK so zu öffnen, dass auch ein Saarländer in die sehr günstige AOK Plus im Osten eintreten kann. Der Wind des Wettbewerbs weht dann schärfer. Da kann es gut sein, dass die eine oder andere AOK unter die Räder kommt und das jeweilige Land womöglich Arbeitsplätze und einen geschätzten Partner verliert.

Ja, man kennt sich und man schätzt sich im Land, und vor allem deshalb stört es die Fürsten der Ortskrankenkassen, dass sie künftig wie alle anderen Kassen auch vom Bundesversicherungsamt kontrolliert werden sollen. Die Beamten dort sind erheblich strenger, vielleicht auch kleinlicher als die in den Gesundheitsministerien der Länder.

Extratouren – legale wie illegale – wären künftig nicht mehr möglich. politik@lr-online.de