Eigentlich hätte sich Bundesverkehrsminister Scheuer das schon denken müssen. Lobbyisten, der Städtetag und Politiker hatten ihn gewarnt: E-Roller, die mit bis zu zwölf km/h über Gehwege brettern, sind hochgefährlich. Doch Scheuer wollte einfach nur sein Projekt durchdrücken. Dass er jetzt auf die Bremse tritt, ist richtig. Die Diskussion über E-Roller zeigt aber auch: So kann ein Minister eine gute Technologie kaputt machen.

Von der Debatte bleibt Folgendes hängen: Fußgänger können durch E-Roller totgefahren werden. So wie das in Spanien und Frankreich bereits geschehen ist. Diese Ängste hätte Scheuer verhindern müssen. Denn E-Roller sind eine sinnvolle Ergänzung für die Mobilitätswelt. Sie können Anreiz sein, das Auto stehen zu lassen, mit der Bahn zu fahren und die letzten Meter mit dem Roller zur Arbeit zu flitzen. Mit seinem wenig durchdachten ersten Entwurf hat Scheuer dem Gefährt ein schlechtes Image verpasst.

Doch nicht nur das, auch der Minister hat sich unglaubwürdig gemacht. Scheuer machte zuletzt klar, wie wichtig ihm Verkehrssicherheit ist. Er initiierte eine Kampagne, bei der Unterwäschemodels für Fahrradhelme warben und tritt für den Lkw-Abbiegeassistenten ein.

Alles nur Show? Offenbar. Wenn Scheuer der Schutz der Menschen wichtig wäre, hätte er die Roller gleich vom Gehweg verbannt – und nicht erst auf Druck hin.

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