Polizei und Staatsanwaltschaft Cottbus ermitteln wegen des Verdachts der Vergewaltigung einer Frau in Bagenz an der Talsperre Spremberg. Zu diesem Fall schaukelten sich Gerüchte in den sozialen Medien derart hoch, dass sich ein ausländerfeindlicher Mob vor der früheren Jugendherberge in Bagenz anschickte, Selbstjustiz zu üben.

Das zeigt, wozu unbewiesene Behauptungen über die Tat, über angeblich beteiligte Ausländer, sogar über eine tote Frau führen können. Vermummte junge Menschen greifen zu Zaunlatten und Knüppeln, marschieren spät abends auf, werfen Böller auf ein Gebäude der Ferienanlage Seenland.

Sie treffen die Falschen. Eine Schulklasse aus Frankfurt (Oder), deren Schüler, so ein Vater, in Angst versetzt worden sind. Die Klasse reist vorzeitig ab.

Vergewaltigungsverdacht in Bagenz: Die Rolle der Ermittler

Es ist gut, dass die Polizei nicht lange gefackelt und sieben mutmaßliche Beteiligte des Mobs gestellt hat.

Allerdings tragen Ermittler eine Mitschuld: Drei Tage vergingen, bis sich Staatsanwaltschaft und Polizei zum mutmaßlichen Vergewaltigungsfall äußerten. Zu spät: Denn es hat nicht viel gefehlt, und es hätte mehrere Opfer gegeben.

Nach Aufruhr bei Facebook bestätigt Polizei Keine Tote, aber mutmaßliche Vergewaltigung am Stausee

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Schulklasse reist vorzeitig ab Vermummte randalieren vor Bagenzer Herberge

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