Auch gestern äußerten sich wieder namhafte SPD-Politiker erleichtert und anerkennend über die Entscheidung für Platzeck. Laut einer Emnid-Umfrage für den Sender N24 ist er nach Ansicht von 50 Prozent der Deutschen gut für die SPD und kann die Partei befrieden.
Platzecks Personaltableau für die künftige Parteispitze war am Mittwochabend letztlich einstimmig vom Vorstand angenommen worden. Danach soll der 33-jährige Hubertus Heil aus Niedersachsen neuer Generalsekretär werden. Die Parteilinke Andrea Nahles, über deren klaren Nominierung als Generalsekretärin SPD-Chef Franz Müntefering am Montag gestürzt war, verzichtete nach heftiger Kritik im Vorstand auf den Posten als stellvertretende Bundesvorsitzende.
An Nahles Stelle wurde die Vorsitzende der SPD-Frauen, Elke Ferner, nominiert. Als Partei-Vize neu in die engste SPD-Spitze aufrücken sollen weiter die Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann und der designierte Finanzminister Peer Steinbrück (ebenfalls aus NRW/die RUNDSCHAU berichtete). Parteivize bleiben sollen der rheinland-pfälzische Regierungschef Kurt Beck, der künftig eine herausgehobene Stellung als 1. Stellvertreter einnehmen wird, sowie die baden-württembergische Landesvorsitzende Ute Vogt. Gewählt wird die neue Spitze auf dem Karlsruher Bundesparteitag am 15. November.
Bundesfamilienministerin und SPD-Vorstandsmitglied Renate Schmidt sagte, es sei gut, "dass es jetzt den Generationswechsel auch an der Spitze gibt". Dass sich das etwas früher als erwartet abspiele, sei kein Schaden für die SPD, "sondern ist wahrscheinlich eine große neue Chance". Nahles werde "sich sehr wohl erholen". Sie habe noch eine Karriere vor sich, "die hat jetzt eine gewisse Delle bekommen", aber das sei keine Aussage für alle Zeiten, sagte Schmidt. (dpa/roe)