So hieß es noch bis Freitag. Doch solche Lobeshymnen sind nach dem Serbien-Spiel verstummt. Die 0:1-Niederlage hat die schwarz-rot-goldene Euphorie gebremst und das deutsche Team auf Normalmaß gestutzt. Das ist gut so.

Denn seien wir ehrlich: Bundestrainer Löw kann aus einer Elf, die von fatalen Ausfällen (Ballack, Adler, Westermann) sowie diversen Zwistigkeiten (Kuranyi, Frings) betroffen war, keinen Turnier-Dominator zaubern. Die junge Mannschaft hat gegen Serbien schmerzvoll lernen müssen, was ihr noch fehlt: Die Erfahrung im Umgang mit einem gelbsüchtigen Schiedsrichter beispielsweise, oder die Überzeugung, ein Spiel trotz Unterzahl noch drehen zu können.

Das kommt nicht überraschend, ist aber auch noch nicht das Ende aller WM-Träume. Denn Löws Schützlinge wissen nun, dass sie nicht nur mit özilscher Leichtigkeit durchs Turnier spazieren werden. Gleichzeitig haben sie die Chance, ihren Fehltritt zu korrigieren. Anders als die Spanier, die 2006 als begeisternder “Vorrunden-Weltmeister„ bereits im Achtelfinale rausflogen. Oder die Holländer, für die bei der EM 2008 nach drei glanzvollen Siegen ebenfalls im ersten Spiel der K.o.-Runde Endstation war. Denen hätte damals so ein Rückschlag zur richtigen Zeit ziemlich gut getan.