Noch sind die Schulen in Brandenburg und Sachsen geschlossen. Doch der Tag der Entscheidung rückt näher. Wie soll es nach den Osterferien weitergehen?

Aus epidemiologischer Sicht ist die Antwort klar. Solange die Pandemie nicht ausgestanden ist, wäre es leichtfertig, die Schulen wieder zu öffnen. Kinder, gerade in den unteren Klassen, auf sozialer Distanz zu halten, ist eine Illusion. Die Schulen könnten so zu Brutstätten für das Virus werden, die alle anderen Schutzmaßnahmen konterkarieren.

Und doch ist es sinnvoll, die Schulen wieder zu öffnen. Denn es gibt auch andere wichtige Faktoren. Die Bildungsgerechtigkeit etwa. Denn allen ist klar: Homeschooling funktioniert da, wo Eltern sich kümmern. Leider ist das nicht in allen Familien so.

Schlimmer noch, in vielen Haushalten sind Kinder Vernachlässigung oder Gewalt ausgesetzt. Für diese Kinder ist die Schule der Rettungsanker, der mehr als nur die fehlende warme Mahlzeit ersetzt. Bleiben diese Kinder noch länger zuhause, drohen soziale Spannungen und schlimmer Folgen.

Und überhaupt: Wie wollen wir eine Wirtschaft wieder hochfahren, wenn die Arbeitnehmer zugleich zuhause als Ersatzlehrer und Betreuer gebraucht werden?

Und denkt bitte mal ganz nebenbei auch an die Lehrer! Wer von denen erwartet, im digitalen Niemandsland der deutschen Bildungswüste noch einmal mehrere Wochen mit Lernplänen für zuhause zu überbrücken, hätte diese Entscheidung mindestens vor zwei Wochen treffen müssen. Den Lerninhalte schütteln sich nicht mal eben aus dem Ärmel. Erst recht nicht, wenn sie so aufbereitet sein sollen, dass alle Kinder zuhause dabei auch etwas lernen.

Anderer Meinung ist Christine Keilholz. Ihr Contra lesen Sie hier: Lasst die Schulen weiter zu!

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