Keine andere Zumutung, die die Covid-19-Pandemie mit sich brachte, ist spürbar für so viele Menschen wie die Schließung der Schulen. Davon ist praktisch jeder betroffen. Eltern wurden zu Aushilfslehrern, Schüler zu Stubenhockern und Lehrer zu Fern-Tutoren. Ob unterm Strich mehr heraus kommt als haufenweise falsches Wissen und vertane Zeit, zeigt sich erst hinterher.

Eines zeigt sich schon: Es reicht langsam. Nach drei Wochen Homeschooling und Homeoffice ist der Wunsch groß, endlich wieder normal zu leben.

So ruft nicht nur die Wirtschaft nach Lockerung der Schutzmaßnahmen. Lauter ist das Grummeln an den Küchentischen, die jetzt als Ersatzschulen dienen. Der Druck wächst, die Schulen wieder zu öffnen. Am Mittwoch will die Bundeskanzlerin zusammen mit den Länderchefs darüber entscheiden. Es wird voraussichtlich nur schrittweise passieren. Wenn nach den Osterferien die Schulpflicht wieder gilt, dann zunächst wohl nicht für alle. Das mag unfair erscheinen, aber es ist richtig so.

Corona ist noch nicht überstanden. Noch immer droht massenhafte Ansteckung in einem Ausmaß, das selbst die bestausgestattete Klinik überfordern würde.

Die Schulen zu schließen, war nach bisherigen Erkenntnissen nicht überzogen. Trotzdem ist drei Wochen später die Kurve der Neuinfektionen nicht deutlich flacher geworden. Es mag sich normaler anfühlen, wenn die Kinder wieder in die Schule gehen - und das ist die Gefahr. Der Schutz des einzelnen vor Corona könnte vergessen werden, wenn das Leben wieder wie gewohnt erscheint. Denn das wird es lange nicht.

Anderer Meinung ist Reporter Bodo Baumert. Sein Pro lesen Sie hier: Macht die Schulen wieder auf!

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