Damit dürfte er eine echte Chance haben, ins Guinnes-Buch der Rekorde kommen: Wenn der Brandenburger Landtag am kommenden Freitag zu seiner letzten Sitzung zusammenkommt, könnte es gut sein, dass der fraktionslose Abgeordnete Stefan Hein den Plenarsaal verlässt, ohne je am Rednerpult gestanden zu haben. Bislang jedenfalls steht in der offiziellen Statistik des Brandenburger Landtags keine einzige Rede für Stefan Hein notiert.

Gewählt worden war Hein über die Landesliste der AfD. Weil er interne Informationen an die Presse durchgestochen haben soll, wurde er zu Beginn der Legislatur aus der Fraktion ausgeschlossen. Seitdem sitzt er mit seinem Laptop an einem Tischchen hinten im Plenarsaal, schweigt und schweigt ...

Natürlich, fraktionslose Abgeordnete haben es immer etwas schwerer. Aber auch sie haben Redezeit: Mindestens acht Minuten pro Plenarsitzung. Und der Abgeordnete von BVB/Freie Wähler, Peter Vida, und seine früheren Gruppenkollegen Iris Schülzke und Christoph Schulze zeigen ebenso wie der aus der AfD ausgeschiedene Sven Königer, was man daraus machen kann.

Bleibt die Frage nach den Finanzen. Die allerdings werden auch im Brandenburger Landtag nicht nach Redezeit bemessen: Hein erhält, wie alle Parlamentarier, eine Diät von mehr als 7300 Euro, dazu kommen Sachkostenerstattungen und eine Altersvorsorge. Wofür er dieses Geld in der abgelaufenen Legislaturperiode erhalten hat? Keine Ahnung. Vielleicht könnte man es ein Schweigegeld nennen.