Es ist eine ganz normale Pressekonferenz im Henning-von-Treskow-Saal des Brandenburger Innenministeriums. Plötzlich aber kommt Bewegung in den Raum. Innenstaatssekretärin Katrin Lange geht nach vorn zum Podium, und flüstert ihrem Chef, Minister Karl-Heinz Schröter (SPD), etwas ins Ohr.

Dann hört Polizeivizepräsident Roger Höppner auf, über die Kriminalitätsstatistik zu dozieren, und Schröter ergreift noch einmal das Wort. Er wolle die Gelegenheit nutzen, den anwesenden Frauen zum Internationalen Frauentag zu gratulieren, sagt der Minister in der ihm eigenen, trockenen Art. Er finde es gut, dass sie zum Termin gekommen seien, „wären Sie in Berlin beschäftigt, könnten Sie ja heute in Brandenburg shoppen gehen.“

Doch darauf haben die anwesenden Kolleginnen gerade in diesem Moment erkennbar keine Lust: Eine Reporterin ergreift vielmehr das Stichwort und erkundigt sich, wie weiblich denn die Kriminalität sei. „Noch ist die Kriminalität eine Männerdomäne“, sagt Schröter daraufhin. „Aber wie in vielen Bereichen gibt es auch dort immer mehr Frauen.“ Und während ein Referent schnell nach den Zahlen sucht, stellt Schröter fest, dass es ja einen besonderen Schwerpunkt geben könne, „den Mord an Männern“.  Dann haben die Statistiker die Zahlen gefunden. Unter 66 000 Tatverdächtigen waren rund 16 000 Frauen. Der trockene Kommentar eines Fernsehkollegen: „Da besteht also Nachholbedarf . . .“