Das aber ist nur der kleine, unabwendbare Teil des Problems. Ganz offensichtlich wird das Schicksal der Bahnwerker von mehreren Faktoren bestimmt. Und einige sind sehr wohl zu beeinflussen. Dass künftig niederländische statt der in Cottbus gewarteten Loks im deutschen Güterverkehr fahren sollen, ist angesichts des Auftraggebers zumindest fragwürdig. Hinter Railion steht zu 100 Prozent der deutsche Staat. Anders als einem privatwirtschaftlichen Unternehmen kann es diesem nicht allein um das günstigste Angebot gehen. In seine Rechnung müssten auch die Folgekosten des Arbeitsplatzabbaus eingehen. Schließlich trägt er sie mit. Völlig unstrittig ist die fatale Haltung deutscher Verkehrspolitik. Der Hauptwettbewerb um transportierte Güter findet ja nicht zwischen den Bahnen verschiedener Länder, sondern zwischen Lok und Lkw statt. Allen Sonntagsreden zum Trotz fehlen Konzepte zur gezielten Verlagerung auf die Schiene. Wenn zugleich das Bahnnetz weiter ausgedünnt wird, bringt auch die Lkw-Maut nichts - schon gar nicht, wenn Spediteure noch mit einer steuerlichen Kompensation rechnen dürfen.