Uns war bewusst, dass in Europa die Erwartungen an Privatsphäre und Datenschutz höher sind als in den USA. Daher haben wir einen Software-Algorithmus entwickelt, der automatisch Gesichter und Nummernschilder verwischt. In den meisten europäischen Ländern war der Start daraufhin recht unproblematisch - außer in Deutschland und der Schweiz. In keinem anderen Land hat es so eine zum Teil sogar polemische Debatte gegeben.Auch mit dem Kurzmeldungsdienst Buzz hat Google harsche Kritik geerntet.
Wir haben Buzz intern mit mehr als 20 000 Google-Mitarbeitern getestet, die alle sehr Internet-affin sind. Aber das ist nicht dasselbe, als wenn man externe, nicht so technikaffine Nutzer Buzz ausprobieren lässt. Die Datenschutz-Optionen waren nicht deutlich genug hervorgehoben. Aber wir haben innerhalb von 48 Stunden die wichtigsten Bedenken ausgeräumt. Ich habe auch noch kein soziales Netzwerk gesehen, das vom Start weg perfekt ist.Warum aber stößt Google in schöner Regelmäßigkeit auf so viel Widerstand?
Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Informationen im Internet auffindbar und nutzbar zu machen. Meine Lektion aus "Street View": Wenn man wie Google kontinuierlich Innovationen entwickelt, die die Nutzer nie zuvor gesehen und genutzt haben, ist es nicht zu vermeiden, dass man für Wirbel sorgt. Es ist nur menschlich, dass einige Leute mit Angst und Sorgen reagieren und das Neue ablehnen. Andere nehmen es begeistert an.