Eigentlich kann die SPD sich freuen. Denn Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat es den Sozialdemokraten sehr, sehr leicht gemacht, gegen den Vorschlag einer international kontrollieren Sicherheitszone in Syrien erstmal größtmöglichen Widerstand zu leisten. So wie AKK es angestellt hat, geht es wirklich nicht. Zwar hat die CDU-Chefin daran gedacht, die wichtigsten europäischen Verbündeten vorzuwarnen, darüber aber den Koalitionspartner und sogar die eigenen Leute vernachlässigt. Es grenzt darüber hinaus an Wurschtigkeit, wenn ein solcher Schwenk in der deutschen Syrienpolitik per Interview am Abend, ohne Mitwirken von Kanzlerin oder Außenminister und vor allem derart unpräzise daherkommt: Will AKK Konfliktparteien militärisch trennen oder Zivilisten in einer geräumten Region schützen? Ist das politische Ziel eine Lösung für Syrien, die Rettung von Menschenleben oder der Kampf gegen den IS-Terror? Soll dies im Rahmen der Uno, der Nato oder der EU erfolgen? Und vor allem: Ist Deutschland bereit, sich auch mit Soldaten und Waffen zu beteiligen?

In dann schon wieder guter deutscher Tradition will über den militärischen Aspekt des Ganzen derzeit niemand sprechen – auch AKK nicht. Das aber wird eine der ersten Fragen auch der Verbündeten sein: Was, liebe Deutsche, bietet Ihr an? Spätestens dann muss Kramp-Karrenbauer ungefähr wissen, was mit der SPD machbar ist. Die aber kann die Antwort mit Verweis auf mangelhafte Absprachen und unklare Pläne vorerst verweigern. Erreicht aber AKK in der Sache am Ende nichts, hat sie nicht nur ihren Kanzlerambitionen, sondern auch dem außenpolitischen Ruf Deutschlands Schaden zugefügt. politik@lr-online.de