Es bewegt sich etwas in der Krankenhauspflege. Drei Partner, die sich nicht immer gerade grün waren, schließen sich zusammen, um einen Personalschlüssel für Pflegekräfte auszuarbeiten. Der nicht einfach nur Untergrenzen zieht, die lediglich das Schlimmste bei den Patienten verhindern sollen, wie das der Gesetzgeber für vier Klinikbereiche getan hat. Sondern der verbindliche Standards für wirklich gute Pflege setzt.

Dass es dazu jetzt gekommen ist, hat allerdings durchaus mit der Politik zu tun. Auch mit den jetzt so kritisierten Untergrenzen. Denn die wurden vom Gesundheitsministerium nur angeordnet, weil sich Krankenhäuser und Krankenkassen nicht selbst auf eine Personal-Mindestausstattung einigen konnten. Und es stand die Drohung im Raum, dass der Staat auch für die verbleibenden Stationen solche festlegt. Zudem hat Minister Jens Spahn nicht nur dafür gesorgt, dass zusätzliche Schwestern und Pfleger bereits vollständig von den Krankenkassen bezahlt werden. Ab dem kommenden Jahr müssen die Kassen die tatsächlichen Personalkosten der Klinikpflege finanzieren. Und nicht mehr nur eine Fallpauschale pro Patientenbehandlung. Damit entfällt der Trick der Kliniken, Personal abzubauen und stattdessen teure Geräte zu kaufen. Um die seit Jahren anhaltende Unterfinanzierung der Investitionen, für die eigentlich die Bundesländer aufkommen müssen, etwas auszugleichen.

Das steigert die Chance auf bessere Arbeitsbedingungen. Und damit darauf, dass die hohe Teilzeitquote reduziert wird und in andere Berufe Abgewanderte zurückkehren. Was natürlich die Personallücke nicht völlig füllen kann. Dazu wird man die Ausbildung, die ja bereits zulegt, steigern müssen. Und weiter in Osteuropa und Asien nach Fachkräften suchen müssen. Letztlich kommt man auch nicht darum herum, in mit Kliniken überversorgten Gebieten Häuser zu schließen. Jetzt aber müssen die drei Partner erst einmal ihren Personalschlüssel wirklich liefern. Damit die Politik darauf – hoffentlich schnell – reagieren kann.

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