Sobald er den Gästen das Essen reicht, unterbricht er deren Gespräche entweder mit einer Vorstellung der Gerichte ("Eine Lasagne für die Dame, eine Pizza für den Herrn") - es könnte ja sein, dass sie die Speisen sonst nicht wiedererkennen. Das ergibt vor allem dann Sinn, wenn der Bestellvorgang schon Stunden zurückliegt und sich der Gast gar nicht mehr daran erinnert.

Kaum haben sich die Restaurantbesucher von dem Schock erholt, wie ihr Essen aussieht, befiehlt der Kellner ihnen noch: "Lassen Sie es sich schmecken!"

Leider wird dabei nie erwähnt, wie das zu bewerkstelligen ist. Soll der Gast den Geschmack passiv zulassen? Muss er aktiv etwas tun? Hätte er seine Geschmacksknos pen in einem mehrmonatigen Fitnessprogramm trainieren müssen? Eines steht jedenfalls fest: Wenn es ihm nicht schmeckt, hat er etwas falsch gemacht. Denn er hat es sich nicht schmecken lassen. Am liebsten würde der Gast schon bei Ankunft des Kellners jeden Kommentar mit den Worten abwehren: "Lassen Sie!" Aber das wäre sinnlos. Denn dieser würde den Satz nur vervollständigen.