Aber so schlimm wie in diesem Jahr war es noch nie. Weite Teile des Landes sind Katastrophengebiet, in der Lausitz brechen die Dämme und die Ortschaften stehen unter Wasser.

Dass das Konsequenzen haben muss, ist klar. Der Hochwasserschutz und die dafür nötigen Mittel müssen in der Bundes- wie in der Landespolitik höchste Priorität erhalten. Der Neubau von Deichen, die Anlage von Poldern und die Renaturierung von Flussläufen zum Hochwasserschutz dürfen nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden - auch wenn es mancherorts langfristig vielleicht sinnvoller sein könnte, mit dem Wirtschaftsbetrieb vom Flussufer wegzuziehen oder die Kleingartenkolonie einige Hundert Meter landeinwärts zu verlegen.

Doch dass eine Stadt wie Grimma unter anderem auch deshalb überflutet wurde, weil eine Hochwasserschutzmauer aufgrund von Bürgerprotesten nicht rechtzeitig fertig wurde, darf sich nicht mehr wiederholen. Die Anliegen einzelner Wutbürger dürfen nicht zur Flutung einer Altstadt führen.

Doch das sind die Anliegen der nächsten Tage. Heute braucht es zunächst einmal gelebte Solidarität: Beim Füllen von Sandsäcken und dem Bau von Notdeichen ebenso wie bei der finanziellen Hilfe für die, die nun zum wiederholten Male Flutopfer wurden.

Großzügige und unbürokratische Unterstützung für die Opfer der Naturkatastrophe sollte zu einer Ehrensache werden, für das Land ebenso wie für jeden Einzelnen: Wer von den Fluten nicht betroffen ist, könnte statt des Biers zum Feierabend auch einmal einen Euro in die Spendendose werfen. Denn der Wiederaufbau der Hochwasserregionen wird lange dauern und am Ende teuer.

Und letztlich sind es Notsituationen wie diese, in denen es sich am Ende zeigt, was das in Sonntagsreden oft gerühmte Wort "Gemeinsinn" heißt. Und letztlich ist die Flutkatastrophe des Jahres 2013 nichts anderes als ein Lackmustest für Nächstenliebe.

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