Wissen Sie, liebe Leser, noch, wie sich in Bad Liebenwerda und in der Region die Wende vollzog? Dass es im Verborgenen in Bad Liebenwerda Treffen gab, dass das Neue Forum Unterschriften sammelte, dass in Elsterwerda Flugblätter hergestellt wurden? Kennen Sie Inhalte des damals heimlich aufgenommenen Tonbandmitschnitts in der Nikolaikirche, dass Bad Liebenwerdas Wendebewegung Gegenstand eines Radio-Interviews war, dass in einem brandenburgweit erschienenen Buch die Kurstadt auch einen Passus abbekam? Wie sich Bürger Zutritt zum Stasigebäude verschafften und was sie vorfanden? Und wie der „Spiegel“ wenig später über die Folgen der Wende in Bad Liebenwerda berichtete? Dass es eine Ausstellung im Museum gab, inzwischen eingemottet?

RUNDSCHAU-Recherchen ergaben: Viele bewahren irgendwo etwas zu Hause auf, etwas Zusammengefasstes über die Wendetage in der Region existiert nicht.

Und genau das brauchen wir endlich. Jetzt, wo eine große Zahl von Protagonisten noch selbst befragt werden kann. Die Stadtverwaltung muss sich vor den Karren spannen, um diese markanten Tage in der Geschichte ihrer Stadt wirklich dauerhaft aufgearbeitet zu bekommen. Vielleicht sogar mit Unterstützung einer Hochschule?

Günther Brochwitz, Dorothea Voigt, Dieter Voigt waren dabei - und sind in die Jahre gekommen. Sie sollten zu Wort kommen, so wie auch die damaligen Führungskräfte der Stadt, um authentisch über diese heiße Zeit zu berichten.

Ortschronist Michael Ziehlke hat schon viel aufgeschrieben. Ralf Uschner vom Museum, der am liebsten sehen würde, dass ein Material über die Wende in der gesamten Region herausgegeben wird, signalisieren tatkräftige Hilfe.

Und wer packt es jetzt an?