Dass eine Badestelle wie die Lübbener Spreelagune offiziell gesperrt ist, weil es zu oft Probleme mit Keimen im Wasser gibt, sie aber gleichzeitig auf der Karte des Gesundheitsministeriums des Landes als unbedenklich gelistet wurde, ist irgendetwas zwischen possenhaft und peinlich.
Dabei richtet sich kein Vorwurf an die Gesundheitsämter. Von ihnen kann niemand mitten in einer Pandemie verlangen, Seen früher zu testen und Informationen darüber bereitzustellen. Auch Verschiebungen sind verständlich, während diese Ämter mit einer Aufgabe konfrontiert sind, für die es kaum Präzedenzfälle gibt, und die aktuell auch im Spreewald und in Brandenburg oberste Priorität haben muss.
Aber trotzdem sind Informationen, die man in der Badestellen-Karte findet, weniger nützlich als sie sein könnten. Das beginnt natürlich mit einem besser gewählten Standard-Wert, als dem, dass die Wasserqualität „nicht zu beanstanden“ sei.
Denn ohne aktuelle Messungen kann das niemand sicher sagen. Ist es wirklich an allen anderen Badestellen im Land eine gute Idee, (sozial distanziert) ins Wasser zu gehen?
Die Karte jedenfalls vermittelt ohne echte Grundlage, ein klares Ja. Das ist ein Problem, denn Menschen schauen nicht darauf, ob die Badesaison offiziell schon begonnen hat, bevor sie an einen See fahren.