Die Innenminister aus Frankreich, Italien, Malta und Deutschland haben vereinbart, die Regeln der Seenot­rettung einzuhalten. Diese Regeln besagen unter anderem, dass Menschen, die vor dem Ertrinken bewahrt wurden, in Sicherheit gebracht werden müssen. Damit ist nicht gemeint, dass Schiffe Tage und Wochen kreuzen, ohne die Geretteten an Land lassen zu können.

Nun gibt es eine Übergangslösung und bei der wird der Teufel im Detail stecken. Aber es wird in jedem Fall einen Fortschritt zu dem bisherigen Chaos geben. Dass überhaupt Bewegung in die Angelegenheit gekommen ist, liegt auch an den neuen Einsichten des früheren Hardliners Horst Seehofer. Das Versprechen, ein Viertel der geretteten Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen, hat neben der Regierungsumbildung in Italien sicher dazu geführt, dass nun eine Einigung zustande kam.

Dieses Provisorium wird helfen, aber nicht das Problem grundsätzlich lösen. Denn dass Migranten immer wieder den gefährlichen Weg über das Mittelmeer wagen, liegt nicht zuletzt daran, dass eine geregelte Einwanderung nicht möglich ist. Auch die Flüchtlinge aus den Kriegen in Syrien, Afghanistan, im Irak und anderswo hatten keine Möglichkeit, auf dem Weg nach Europa um legale Einreise zu ersuchen. Und jene, die eine bessere wirtschaftliche Zukunft suchen, riskieren dafür ebenfalls ihr Leben. Oder glaubt jemand, es spricht sich nicht herum, dass Tausende Migranten im Meer sterben?

Und daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Denn bisher geht es um die Verteilung, derjenigen, die überleben. Horst Seehofer hat aber versprochen, dass man niemanden im Mittelmeer ertrinken lasse. Die Einlösung dieses Versprechens steht noch aus.

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