Der Schrecken sitzt tief: Zwar hatten Verfassungsschutz und Medien immer wieder über die gefährliche Mischszene in Cottbus berichtet, in der sich Kampfsportler, Hooligans, Rechtsextreme, Rocker und Türsteher organisiert haben – das Problem aber war abstrakt für Menschen, die jenseits dieser Milieus leben.

Jetzt wurde ein Mensch auf offener Straße erschossen, nach Zeugenaussagen von mehreren Tätern. Das Opfer: Ein Mann aus der lokalen rechtsextremen Kampfsportszene mit Kontakten in die unterschiedlichsten Kreise. Das Motiv für seine öffentliche Ermordung ist noch unklar, doch die Vermutung, dass es bei um Verteilungskämpfe rivalisierender Gruppen geht, liegt nahe.

Cottbus

Die Polizei hat, so sagt Brandenburgs Innenminister, „erhöhte Maßnahmen“ ergriffen, es bestehe die Möglichkeit von Racheaktionen. Beobachter befürchten eine weitere Eskalation der Situation.

Als ein Sprecher des Verfassungsschutzes vor einem Jahr von einem toxischen Gebilde sprach und Cottbus einen Hotspot des Rechtsextremismus in Brandenburg nannte, empfanden viele Menschen in der Lausitz diese Aussage als unangebrachte Nestbeschmutzung.

Jetzt ist ein Mensch gestorben, der seit Jahren in dieses toxische Gebilde, die Mischszene aus Rockern und Rechtsextremen, aus Kampfsportlern und Türstehern eingebunden war. Spätestens sein brutales Ende sollte zeigen: Das, was der Verfassungsschutz angeprangert hat, ist bittere Realität in der Lausitz.