Pauschalen bei der Steuer sind dazu da, den Bürgern und den Finanzämtern das Leben einfacher zu machen. Es wird darauf verzichtet, Belege mühsam einzeln sammeln, einreichen und prüfen zu müssen. Das ist seit Jahrzehnten eine Grundlage des Steuerrechts. Ausgerechnet bei der Union scheint sie aber nicht angekommen zu sein. Sie denkt darüber nach, Pendlern, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, eine höhere Pauschale zu geben als Autofahrern. Und bei denen will sie noch einmal differenzieren, ob sie ein sparsames Auto fahren oder nicht.

Fehlt nur noch, dass die Union auch berücksichtigt, wie viele Leute im Auto sitzen, um Mitfahrgemeinschaften zu fördern. Wer um alles in der Welt soll solche Dinge im Finanzamt überprüfen? Das wäre nur ein Beschäftigungsprogramm für Finanzbeamte. Wozu fordert die Union ständig Bürokratieabbau, wenn sie sich ein solches Bürokratiemonster  ausdenkt?

Mit Steuern zu steuern, kann sinnvoll sein. Aber nur, wenn es auch praktikabel ist. Fahrradfahrer sind übrigens heute schon im Vorteil. Sie bekommen wie Autofahrer 30 Cent pro Kilometer.

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