Hoyerswerda hat alle überrascht. Den SPD-Mann Torsten Ruban-Zeh, der die erste Runde der OB-Wahl am Sonntag für sich entschied. Die parteilose Dorit Baumeister, die es auf den zweiten Platz schaffte. Vor allem aber jene, die glaubten, dass Wahlen in der Lausitz inzwischen von der AfD entschieden werden.
Der AfD-Kandidat Marco Gbureck hat ein schwaches Ergebnis eingefahren. Von dem Wählerpotenzial seiner Partei, das in Hoyerswerda über 35 Prozent liegen dürfte, hat der 43-jährige Immobilienverwalter nur die Hälfte abbekommen. Das bedeutet: Viele Hoyerswerdaer, die noch bei der Landtagswahl 2019 ihr Kreuz bei der AfD gemacht haben, wollen Gbureck nicht im Rathaus sehen.

Rennen zwischen den beiden Stärksten

Spannend ist nun, was vor dem zweiten Wahlgang noch passiert. Bis zum Freitag können die fünf Kandidaten entscheiden, ob sie es nochmal versuchen. Dass der AfD-Kandidat wieder antritt, ist zu erwarten. Doch das Wählerreservoir, aus dem er schöpfen kann, ist gering. Die Wähler der CDU-Frau Claudia Florian werden kaum zu ihm übergehen. Die braucht Gbureck aber, um in der entscheidenden Runde eine Rolle zu spielen.
So wird es wohl auf ein Rennen zwischen dem SPD-Kandidaten und der Kandidatin von Grünen und Linken hinauslaufen. Jene Parteien also, die in den große Städten meist ein Lager bilden, um zu punkten, machen Hoyerswerda unter sich aus. Es wird ein Duell zweier Genossen. Das macht diese Stadt und diese Wahl besonders.