Ein modernes Logo braucht Leichtigkeit, es muss sozusagen Wind im Haar haben und viele ansprechen. Aber diese Leichtigkeit fehlt den Abgeordneten in Welzow derzeit einfach. Sie warten auf die Entscheidungen der Arbeitsgruppen im Strukturwandel, auf den Bergbaubetreiber Leag, auf eine Lösung für die Personalprobleme im Rathaus. Zu viele Fragezeichen, zu viel Ungewissheit.
Sonnenblume und Schaufelrad – die Elemente des aktuellen Logos gefallen dem neuen Gestalter leider außerordentlich. Doch der Cottbuser hätte zur Vorstellung seines ersten Logo-Entwurfs nicht vor den Stadtverordneten mit den Blütenblättern spielen sollen, sondern er hätte besser mit den Stadtverordneten gespielt. Natürlich kann er als Außenstehender dem Logo den letzten Schliff geben, die Elemente stilisieren, auf das Minimum reduzieren. Das ist sein Fach. Aber zuerst braucht er einen Berg von Ideen von den Welzowern.
Ist der Fördermittelbescheid einmal da, muss es oft schnell gehen. Auch mit der Welzower Image-Kampagne. Zeit fürs Logo sollte sich Welzow jetzt unbedingt noch einmal nehmen – mit Bürgern in einem Workshop, mit den Vereinen an einem Tisch, mit einer kleinen Aufgabe an die Kinder der Grundschule. Es lohnt sich. So schön die Sonnenblume strahlt, viel mehr von sich reden macht die Stadt seit einigen Jahren mit ihrer Frühblüheraktion. Lässt sich auch ein Absetzer, der die neue Landschaft gestaltet, stilisieren? Was wollen die Proschimer, die hoffentlich wirklich als Ortsteil bleiben, einbringen?
Vordrängeln sollte sich beim Logo-Mitentwickeln der Welzower Carneval Club. Humor fehlte dem Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung nämlich auch. Dabei muss der Geist des Karnevals in diesem kühlen und dunklen Kulturhaussaal, in dem die Stadtverordneten derzeit coronabedingt tagen, doch irgendwo hausen ...  Doch nein, die Sägeblatt-Erscheinung des Schaufelrades wurde trocken zurückgewiesen, statt sie mit einem Augenzwinkern auf die Schippe nehmen.