Sobald die neue Gesamtschule in Kolkwitz ihren Betrieb aufnimmt, müssen nicht mehr wie bisher 70 Prozent der Schulanfänger aus Drebkau, Kolkwitz, Neuhausen und Welzow in andere Landkreise pendeln, um eine weiterführende Schule zu besuchen. Auch die Kolkwitzer Elterninitiative, die sich vor rund sechs Jahren gegründet hatte und seitdem für dieses Projekt kämpft, darf sich dann am Ziel wähnen. Geld, das in Bildung gesteckt wird, ist immer gut angelegt. Das ist nicht nur eine Floskel. Doch mit Stand heute wird der Schulneubau den Landkreis auf Jahrzehnte hin stark belasten, weil er – sollte nicht noch ein Wunder geschehen – nicht auf Fördermittel zählen kann und den Schulneubau komplett aus eigener Kraft schultern muss.

Was das bedeutet, lässt sich schwer voraussagen. Fakt ist allerdings: Für einige Dinge wird kein Geld mehr übrig sein. Nicht ausgeschlossen ist es auch, dass die kreisangehörigen Gemeinden künftig über eine höhere Kreisumlage zumindest einen Teil der Kosten mittragen müssen. Der Bau der neuen Schule sei ein Beitrag für eine erfolgreiche Strukturentwicklung in der Lausitz, hatte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) bei der Übergabe des Genehmigungsbescheides erklärt. Geld gab es von ihr trotzdem nicht. Dabei redet die Politik derzeit gern davon, der Lausitz unter die Arme greifen zu wollen. Hier gibt es praktisch ein fertiges Projekt, das in den Startlöchern steht. Einzig der Zeitpunkt ist wohl etwas ungünstig. Derzeit stehen leider keine Wahlen vor der Tür, die vor ein paar Monaten noch in Potsdam manch Geldschatulle geöffnet haben.

Forst