Die Lausitz braucht mehr Menschen. Und sie weiß genau, welche kommen sollen: Rückkehrer. Eine gern gesehene Zielgruppe, aber es ist die falsche. Junge Leute, die nach einer Zeit im Westen Deutschlands heimkommen, sollen eine Menge bewirken. Sie sollen freie Arbeitsstellen besetzen. Kinder sollen sie mitbringen. Fachkräftemangel, Demografiekurve und die Ödnis mancher Dörfer sollen die Rückkehrer gleichzeitig beenden. Aber dabei keine hohen Ansprüche stellen an Karriere und Bezahlung. Letztlich sollen sie die Schmach der 90er-Jahre wettmachen, als Hunderttausende gingen, weil sie keine Arbeit fanden.
So hat die Werbung um Rückkehrer, die oft genug sehr rührend daher kommt, immer etwas Nostalgisches: Man appelliert an ein Heimatgefühl, das vorhanden sein mag. Das aber kleiner wird, je länger jemand weg ist. Als kämen mit den Menschen auch die alten Zeiten wieder. Das ist Illusion. Der Bevölkerungsverlust von damals wird sich nicht mehr ausgleichen lassen, da sind sich die Experten einig.
Die Lausitz sollte aufhören, von Rückkehrern zu träumen. Sie sollte sich lieber an die Pendler wenden. Die prosperierenden Regionen Berlin, Leipzig und Dresden sind nicht weit weg. Strategie müsste sein, die Lausitz geschickt an diese prosperierenden Arbeitsmärkte anzubinden. Mit einer besseren Anbindung könnten mehr Leute in der Lausitz wohnen bleiben, aber dort arbeiten, wo es boomt. Corona könnte mit dem Siegeszug des Homeoffice ein Meilenstein dafür sein.

Cottbus/Weißwasser