Bei Zugereisten löst dieser deutsche Brauch Fragezeichen aus. Der Verkäufer einer Wohnung oder eines Hauses beschäftigt einen Makler, um seine Immobilie besser verkaufen zu können. Und wenn der Makler erfolgreich gesucht hat, bezahlt ihn nicht sein Kunde, sondern derjenige, den er für seinen Kunden gesucht hat. Klingt wie ein Geschäft zulasten von Dritten und ist auch so.

Dass Justizministerin Barley dieses bizarre Verhalten nun ändern möchte, verdient erst einmal Zuspruch. Blödsinn gehört eingedämmt und am besten abgestellt, egal, ob er sich beim Verkauf eines Hauses ereignet oder in überforderten Gerichten. Die Frage ist nur, ob Barleys Initiative über die Richtigstellung des Verhältnisses zwischen Maklern und ihren Auftraggebern hinaus eine Wirkung entfaltet. Falls das Ziel aber sein sollte, die finanziellen Hürden für den Kauf einer Immobilie zu senken, darf man den Vorstoß jedoch getrost als verfehlt ansehen. Wie vorher auch, muss der Käufer die Courtage des Maklers als Teil des Preises für die Immobilie ansehen.

Der einzige Unterschied ist, dass er das Geld nicht mehr dem Makler direkt geben muss. Über den Umweg eines höheren Verkaufspreises wird er ihn aber weiter bezahlen. politik@lr-online.de