Es wird allerhöchste Zeit, dass die Hängepartie um die Führung der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg ein Ende hat. Die BTU braucht eine gewählte Präsidentin, die der zweitgrößten Hochschule des Landes unumstritten die Richtung für die kommenden Jahre vorgibt. Zu wichtig ist der Stellenwert der Alma Mater für das, was der Lausitz bevorsteht und zu kleinlich sind manche Eifersüchteleien zwischen den Fakultäten und Fachbereichen.
Die neue Präsidentin muss sich „warm anziehen“, was angesichts des hinlänglich beklagten Lausitzer Sommers abwegig klingen mag. Aber es ist eine Menge zu tun in einer Universität, die seit Jahren mit althergebrachten Doppelstrukturen kämpft und daher seit Langem chronisch unterfinanziert ist.
Die BTU soll helfen, den Nachwuchs zu „produzieren“, der die Region in die Zukunft – eine neue wirtschaftliche Zukunft – bringt. Keine leichte Aufgabe, bedenkt man, dass die Studierenden der Lausitzer Uni eben auch nicht gerade die Türen einrennen. Aber es sind die neuen Institute wie Fraunhofer und DLR, die darauf bauen, dass sie mittelfristig auch auf das Potenzial der BTU zugreifen können.
Und da ist auch noch der große Plan der ersten staatlichen Medizinerausbildung in Brandenburg. Noch ist keineswegs entschieden, welche Rolle die bisher vor allem technisch ausgerichtete Uni neben dem Carl-Thiem-Klinikum dabei spielen kann. Schafft die BTU den Neuaufbau und die Integration einer medizinischen Fakultät?
Die neue Präsidentin braucht einen klaren Plan und vor allem Durchsetzungsvermögen. Viel Glück!