Auch das Land Brandenburg war in der Lage, innerhalb weniger Tage viele Millionen Euro an den Mann und die Frau zu bringen, als im Frühling das Corona-Virus die märkische Wirtschaft von einem Tag auf den anderen in eine Art Winterschlaf versetzte. Die Landesverwaltung aber ist innerhalb von zehn Jahren (!) augenscheinlich nicht in der Lage, wirksam zu helfen, wenn es um die Bekämpfung eines durchaus gefährlichen Gewächses geht.
Seit Langem kommen laute Hilferufe aus der Lausitz. Besonders die Gegenden um Drebkau und Vetschau haben alljährlich wachsende Probleme mit dem tückischen Ambrosia-Kraut. Nachweislich können die Pollen der Aufrechten Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) nicht nur bei empfindlichen Zeitgenossen gefährliche Allergien und Asthma auslösen.
Die Regierung und der Landtag in Potsdam haben sogar Geld bereitgestellt – stattliche 500 000 Euro – um dem Kraut zu Leibe zu rücken. Aber nichts kann getan werden mit dem Geld, weil eine Richtlinie fehlt.
Klar, es geht um öffentliche Mittel. Da kann nicht jeder mittlere Verwaltungsfachangestellte auf dem kurzen Dienstweg einfach einen Überweisungsträger ausfüllen. Das Ambrosia-Thema aber ist schon so lange auf dem Tisch, dass die jetzt fehlende Richtlinie eine Lachnummer sein könnte, wäre es nicht so traurig und so gefährlich besonders für Allergiker.
Eine Strategie gegen Ambrosia muss jetzt auf den Tisch. Von alleine geht das Kraut nicht weg – genau wie Corona. jan.siegel@lr-online.de