Über Jahrzehnte hinweg hat die Gesundheitspolitik kaum ein Thema so dauerhaft umgetrieben wie die Frage, warum die Arzneimittel auf dem hiesigen Markt so viel teurer sind als im europäischen Ausland. Schritt für Schritt schränkte der Gesetzgeber dann die Marktmacht der Pharmaindustrie ein. Im Ergebnis sparten sie den Versicherten damit Milliarden Euro an Beitragsgeldern, ohne die Qualität der Versorgung maßgeblich zu beeinträchtigen.

Inzwischen jedoch zeigen sich die Schwierigkeiten der Regulierung. Weil sich viele Hersteller von Generika (Nachahmer-Medikamente) aus Kostengründen ihre Pillen nur noch zusammenmischen und verpacken, die Wirkstoffe aber von wenigen Pharmagiganten im Ausland produzieren lassen, entsteht eine große Abhängigkeit von diesen Herstellern. Versagt diese Kette, kann das, wie im Fall des Blutdrucksenkers Valsartan, zu erheblichen Ausfällen auch eines Massenmedikaments führen. Es ist deshalb klug von der CDU/CSU, nicht gleich alle Wettbewerbsregeln über Bord schmeißen zu wollen, sondern erst einmal auf eine Vorratslösung zu setzen. Ob das reicht, wird man sehen. politik@lr-online.de