Sind es Grunderfahrungen wie mit dem Bürgerhaus, die uns in Spremberg so unschlüssig machen? Seit 2014 wird über die neue Schwimmhalle diskutiert. Die betroffenen Vereine haben sich sehr früh mit an den Tisch gesetzt. Auch ich war als Schwimmerin anfangs überrascht, als der Standort Kochsagrund sich unter den sieben näher betrachteten Standorten als einer der effektivsten herauskristallisierte. Mir ist die Halle am Puschkinplatz ans Herz gewachsen. Weil ich hier gegen mich kämpfe, mein Sohn und nach ihm auch noch meine Mutter hier schwimmen gelernt haben. Trotzdem konnte ich den Standort Kochsagrund für einen Neubau schnell annehmen. Ich begann, mich darauf zu freuen. Wenn es beim 24-Stunden-Schwimmen wieder gewittert, müssten wir nur das Becken wechseln.

Die Rolle zurück zum Puschkinplatz ist eine Überraschung. Sie sorgt für Diskussionen, schärft die Standpunkte, nimmt sich den Hinweisen der Anwohnern am Florian-Geyer-Weg an. Und die Vereine, die die Schwimmhalle brauchen und die die Schwimmhalle braucht? Ich hoffe, dass in der Stadtverordnetenversammlung ihre Stimme gehört wird. Sie haben sich vor Jahren überzeugen lassen, haben zugearbeitet, geholfen, die Planung vorzubereiten. Für sie brechen jetzt Perspektiven zusammen, noch ein Schlag neben der Corona-Krise.
In der nicht repräsentativen Umfrage auf der Online-Seite der Lausitzer Rundschau ist viel Bewegung: Allein in der Mittagspause am Dienstag sank der Vorsprung der Kochsagrund-Befürworter um zehn Prozent. Bei der Fülle der Vorhaben, die die Stadt nicht einfach liegen lassen kann, wird es immer schwieriger. Der Zeitdruck wächst. Für den Ersatzneubau am Puschkinplatz gibt es im Gegensatz zum Neubau im Kochsagrund einen Fördermitteltopf. Trotzdem sollte nicht allein das Geld entscheiden. Denn welches größere Bauprojekt der vergangenen Jahre in Spremberg blieb im finanziellen Rahmen und hatte, als es endlich stand, nicht noch eine Überraschung zu bieten?

Spremberg