So attraktiv Elefanten auch sein mögen, eine artgerechte Haltung ist in einem Zoo leider nicht möglich. Auch leisten Zoos in diesem Fall keinen Beitrag zum Arterhalt; die Tiere könnten niemals ausgewildert werden. Dennoch halten viele Zoos an den Dickhäutern fest – vor allem als Garant für Besucher.
Cottbus ist so ein Beispiel. Seit 50 Jahren leben Elefanten im Tierpark der Stadt. Und sie sind die Attraktion schlechthin. Doch ausgerechnet für die beliebten Dickhäuter ist die Haltungssituation mehr schlecht als recht; vor allem im Winter, wenn sich die beiden betagten Elefantendamen in ihr viel zu kleines Elefantenhaus zurückziehen müssen. Das ist definitiv kein Aushängeschild für die Stadt. Aber die hätte den Investitionsstau womöglich noch weitere Jahre vor sich hin geschoben, wenn ihr nicht die neue Tierhaltungsverordnung einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte.
Cottbus musste spätestens jetzt in ein neues Elefantenhaus investieren, weil die Neuregelung mehr Platz für die Tiere vorschreibt. Andernfalls hätte es nach dem Tod von Karla und Sundali keine Elefanten mehr gegeben – und somit auch keinen Besuchermagnet, der die Kasse klingeln lässt. Die könnte künftig sogar noch mehr klingeln. Denn das Elefanten-Duo könnte bald Zuwachs bekommen; das neue Haus reicht für bis zu vier Tiere.
Die Cottbuser Elefanten-Ära soll also bis in die nächsten Jahrzehnte hinein reichen – immerhin mit besserer Haltungssituation. Doch eine Entscheidung im Sinne des Tierschutzes hätte anders ausgesehen.