Luckau, über Jahre eine Vorzeige-Kirchengemeinde mit Strahlkraft weit über die Mauern von St. Nikolai hinaus, scheint ein „zerstrittener Haufen“ geworden. Von einer tiefen Spaltung ist nicht nur bei den zurückgetretenen Gemeindekirchenräten die Rede, man hört das auch von anderen Seiten aus der Gemeinde immer wieder. Was der Außenstehende vielleicht mit Kopfschütteln quittiert, mag jenen, die als Christen der Gemeinde eng verbunden sind, richtig weh tun. Und wer hoffte, nach dem Weggang des Kantors sei alles wieder gut, sieht sich wohl getäuscht.
Wo Christen Friedensgebete in eigener Sache halten müssen und, ob nun zu Recht oder zu Unrecht, das Gefühl haben, nicht ernst genommen zu werden, besteht Handlungsbedarf. Es geht doch längst nicht mehr nur um das Zerwürfnis zweier Gottesmänner. Konflikte wird es immer geben, wo unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen. Selten ist dabei eine Seite nur die gute und die andere nur die böse. Doch gerade in Zeiten, in denen die Gesellschaft rauher, der Ton rücksichtsloser wird, sollte die Kirche ein Zeichen setzen, dass es im Umgang miteinander auch anders geht.