Es vergeht kaum eine Woche, in der in deutschen Medien nicht über Menschen berichtet wird, die aus den Anhängern von Lastern befreit werden – tot oder kurz davor. Zusammengepfercht in einem fast sauerstofffreien Lkw-Anhänger harren Flüchtlinge teils tagelang ihrem Schicksal.
Meldungen wie diese wird es leider auch künftig geben, vielleicht sogar in einem noch kürzeren Intervall. Denn die Coronakrise verschärft die Armut weltweit. Arbeitsplätze gehen besonders da häufig verloren, wo die wirtschaftlichen und politischen Strukturen schon vor der Pandemie nicht die stärksten waren. Auch die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass das Virus die Flucht in Richtung Europa verstärken wird, in der Hoffnung auf ein besseres Leben noch mehr Menschen ihr Land verlassen werden.
Dabei sind Flüchtlinge gerade besonders hart von der Pandemie getroffen. Viele Grenzen sind dicht, die Zustände in überfüllten Lagern katastrophal. Ein sicheres Aufnahmeland ist schier unerreichbar. Profiteure sind skrupellose Schleuser, die das letzte Geld von ihren verzweifelten „Kunden“ nehmen und denen es völlig egal ist, ob und wie die Flüchtlinge jemals irgendwo ankommen werden.
So erinnert der Freienhufener Fall vor gut einer Woche unter anderem an die tödliche Tragödie von Essex im vergangenen Oktober: Sicherheitskräfte hatten in einem Container nahe London die Leichen von 39 Vietnamesen gefunden. Auf dem Autobahnrastplatz in Feienhufen sind es vier Afghanen, die im letzten Moment vor dem Hitzetod gerettet wurden: ein Drama und ein Beleg für die andauernde Flüchtlingskrise, die vor der Lausitz nicht Halt macht.

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